Die Vorspannung von Gewindetrieben ist eine gezielt eingebrachte axiale Kraft zwischen Mutter und Spindel mit dem Ziel, das Spiel (axiales Umkehrspiel) zu eliminieren und die Steifigkeit sowie die Positioniergenauigkeit zu erhöhen.
Die Vorspannkraft in einem Kugelgewindetrieb kann gezielt über den Durchmesser der eingesetzten Kugeln beeinflusst werden. Durch die Verwendung von Kugeln mit einem geringfügig größeren Durchmesser als konstruktiv vorgesehen, entsteht ein erhöhter Kontaktdruck zwischen Kugeln, Spindel und Mutter. Dieser Druck führt zu einer elastischen Verformung der Kontaktflächen, wodurch eine definierte Vorspannung erzeugt wird. Die resultierende Vorspannkraft reduziert das Axialspiel und erhöht die Steifigkeit des gesamten Antriebssystems.
Bei Trapezgewindetrieben hingegen ist eine Vorspannung unüblich. Wenn dennoch vorgespannt werden soll, geschieht das meist über zwei Muttern, welche mittels eines Federpakets gegeneinander verspannt werden.
Die Vorspannung ist ein entscheidender Faktor zur Erhöhung der Steifigkeit und der Genauigkeit von Gewindetrieben. Diese muss jedoch genau abgestimmt werden. Ist die Vorspannung zu gering, bleibt das Spiel bestehen. Ist sie zu hoch, wird die Reibung erhöht, was zu einem schnelleren Verschleiß und einem geringeren Wirkungsgrad führt.
