Lexikon Kammerer Gewinde

Spielfreiheit

Spielfreiheit bezeichnet den Zustand eines mechanischen Systems, bei dem kein Umkehrspiel zwischen miteinander gekoppelten Bauteilen vorhanden ist. Bei Gewindetrieben bedeutet dies, dass zwischen Spindel und Mutter kein axiales Spiel besteht und Bewegungsrichtungswechsel ohne Verzögerung übertragen werden.

Spielfreigeit ist entscheidend für:

  • Hohe Positionier- und Wiederholgenauigkeit
  • Direkte Kraftübertragung ohne Totweg
  • Stabile Regelung bei Servoantrieben
  • Vermeidung von Ruckeln und Schwingungen

Erzeugung der Spielfreiheit

Spielfreie Ausführungen werden meist durch Vorspannung realisiert, z. B.:

  • Vorgespannte Kugelgewindemuttern
  • Doppelmutter-Systeme
  • einstellbare Muttern (z.B. KMT- oder geteilte Muttern)
  • Feder- oder Distanzringlösungen

Vor- & Nachteile

Vorteile

  • Sehr präzise Bewegungen
  • Hohe Steifigkeit
  • Gute Wiederholgenauigkeit

Nachteile

  • Höheres Reibmoment
  • Erhöhter Verschleiß
  • Größerer Antriebsbedarf

Abgrenzung

Axiales Spiel: vorhanden: nicht spielfrei
Spielfreiheit: Spiel auf null reduziert oder konstruktiv eliminiert