Lexikon Kammerer Gewinde

Selbsthemmung

Selbsthemmung bezeichnet die Eigenschaft eines mechanischen Systems, bei der eine aufgebrachte Last keine Rückbewegung auslöst, wenn der Antrieb nicht aktiv ist. Das Bauteil oder der Antrieb bleibt also unter Last stehen, ohne dass zusätzliche Bremsen oder Haltevorrichtungen notwendig sind.

Selbsthemmung ist besonders wichtig für:

  • Sicheres Halten von Lasten
  • Energieeinsparung, da kein Haltemoment benötigt wird
  • Schutz vor ungewolltem Rücklauf bei Strom- oder Antriebsausfall

Entstehung der Selbsthemmung

Selbsthemmung entsteht durch das Verhältnis von Reibung zu Steigung im System: hoher Reibungswinkel, kleiner Steigungswinkel.

Bei Gewindetrieben gilt:
selbsthemmend, wenn

αρα ≤ ρ

α = Steigungswinkel
ρ = Reibungswinkel

Beispiele

  • Trapezgewindetriebe: Häufig selbsthemmend
  • Sägegewinde: Selbsthemmend in Belastungsrichtung
  • Schneckengetriebe: Oft selbsthemmend
  • Kugelgewindetriebe: In der Regel nicht selbsthemmend, aufgrund geringer Reibung

Vor- & Nachteile

Vorteile

  • Lastsicherung ohne zusätzliche Bauteile
  • Einfache Konstruktion

Nachteile

  • Geringerer Wirkungsgrad
  • Höhere Reibung und Verschleiß