Lexikon Kammerer Gewinde

Open Loop

Open Loop (offener Steuerkreis) bezeichnet ein Steuerungsprinzip, bei dem ein Antrieb einen vorgegebenen Sollwert direkt in eine Bewegung umsetzt, ohne die tatsächlich erreichte Position zu messen oder zurückzumelden. Es findet keine Rückkopplung zwischen Ist- und Sollzustand statt, der Antrieb “vertraut” darauf, die vorgegebenen Schritte korrekt auszuführen.

Funktionsprinzip

Typischerweise kommen bei Open-Loop-Systemen Schrittmotoren zum Einsatz, die eine definierte Anzahl von Schritten ausführen. Ob die Zielperson tatsächlich erreicht wurde, wird nicht überprüft, es sei denn, ein zusätzliches Wegmesssystem ergänzt das System nachträglich zu einer Closed-Loop-Regelung.

Vor- und Nachteile

  • Einfacherer und kostengünstigerer Aufbau, da kein Messsystem und keine Regelungstechnik erforderlich sind
  • Robust gegenüber äußeren Störungen im normalen Betriebsbereich
  • Geringere Positioniergenauigkeit, da Abweichungen nicht erkannt werden
  • Risiko von Schrittverlusten bei Überlast, hoher Beschleunigung oder Blockaden, die vom System nicht bemerkt und korrigiert werden

Praxisrelevanz in der Gewindetechnik

Bei Kugelgewindetrieben und Trapezgewindetrieben eignet sich Open-Loop-Steuerung für Anwendungen mit moderaten Genauigkeitsanforderungen und bekannten, gleichbleibenden Lastverhältnissen, wo sie gegenüber einer Closed-Loop-Lösung Kosten und Komplexität spart. Sobald hohe Positioniergenauigkeit, wechselnde Lasten oder eine Überwachung auf Schrittverluste gefordert sind, ist eine Closed-Loop-Regelung mit Wegmesssystem die geeignetere Wahl.