Das Kugelrückführsystem ist ein konstruktives Element von Kugelgewindetrieben, das dafür sorgt, dass die Kugeln nach dem Durchlaufen der lasttragenden Gewindegänge kontinuierlich in den Wälzkörper zurückgeführt werden. Dadurch wird ein endloser Umlauf der Kugel zwischen Mutter und Spindel ermöglicht.
Funktion
Während des Betriebs rollen die Kugeln in den Gewindelaufbahnen zwischen Spindel und Mutter und übertragen die Axialkräfte. Am Ende des belasteten Bereichs werden sie durch das Kugelrückführsystem aus dem Gewinde herausgeführt, umgelenkt und wieder in den Anfang der Laufbahn zurückgeführt. Ohne dieses System wäre nur eine begrenzte Bewegung möglich.
Bauarten von Kugelrückführsystemen
Je nach Baugröße, Belastung und Einbauraum kommen unterschiedliche Systeme zum Einsatz:
Innenrückführung
Umlenkung innerhalb der Mutter, kompakte Bauform, häufig bei Standard-KGTs.
Außenrückführung (Rückführrohr)
Die Kugeln werden über ein außenliegendes Rohr geführt, welches robust und gut sichtbar ist, jedoch etwas größeren Bauraum benötigt.
Stirnumlenkung
Hier werden die Kugeln über eine Stirnlenkung der Mutter wieder an die Anfangsposition geführt. Diese Bauweise eignet sich besonders für hohe Drehzahlen und ermöglicht einen ruhigen Lauf.
Einzel- und Mehrfachumlenkung
Hier wird abhängig von der Anzahl der Kugelkreisläufe eine entsprechende Variante gewählt, um die Tragfähigkeit entsprechend zu erhöhen.
Bedeutung für Leistung und Lebensdauer
Das Kugelrückführsystem beeinflusst maßgeblich:
- Laufruhe und Geräuschentwicklung
- zulässige Drehzahl
- Verschleiß und Lebensdauer
- Wartungsfreundlichkeit und Schmierung
Eine präzise Umlenkung verhindert Kugelstöße und sorgt für einen gleichmäßigen Kraftfluss.
