Der Korrekturfaktor für die Lagerart ist ein Anpassungsfaktor, der bei der Berechnung der Lebensdauer oder Tragfähigkeit eines Kugelgewindetriebs (KGT) oder anderer linearer Systeme verwendet wird. Er berücksichtigt, dass verschiedene Lagerarten (z.B. Festlager, Loslager, Stützlager, Schrägkugellager, Zylinderrollenlager) das System unterschiedlich steif führen, unterschiedliche Reibungswerte aufweisen und Kräfte anders in die Spindel einleiten.
Je nach Lagerart können die wirkenden Kräfte stärker oder schwächer auf die Spindel übertragen werden und damit auch die äquivalente Belastung des Gewindetriebs verändern.
Der Korrekturfaktor für Lagerart dient dazu:
- die tatsächliche Axiallast auf den Gewindetrieb genauer abzubilden
- die Lebensdauerberechnung realistischer zu machen
- Reibung, Steifigkeit und Führungseigenschaften der verwendeten Lager zu berücksichtigen
- unterschiedliche Lageranordnungen vergleichbar zu machen
Warum sind verschiedene Lagerarten unterschiedlich zu berücksichtigen?
Die Art der Lager beeinflusst:
- axiale Steifigkeit
- Radiale Steifigkeit
- Reibmoment
- Führungsgüte der Spindel
- Wirkende Zusatzkräfte (z.B. durch Fluchtungsfehler oder radiale Lasten)
Ein Festlager aus Schrägkugellagern führt die Spindel z.B. wesentlich präziser und steifer als ein einfaches Rillenkugellager. Dadurch reduziert sich die zusätzliche Belastung der Spindel, was in der Berechnung durch den Korrekturfaktor berücksichtigt wird.
