Lexikon Kammerer Gewinde

Maximal erforderliche Axialkraft

Die höchste Drehzahl im Lastkollektiv bezeichnet die maximal zulässige Drehzahl, die eine Gewindespindel unter den tatsächlichen Betriebsbedingungen eines definierten Arbeitszyklus erreichen darf. Dabei werden alle relevanten Lastfälle berücksichtigt, also insbesondere Axiallast, Beschleunigung, Reibung und dynamische Einflüsse während des gesamten Betriebs.

Diese Größe ist entscheidend, um:

  • kritische Drehzahlen der Spindel nicht zu überschreiten,
  • Resonanzen und Vibrationen zu vermeiden,
  • Schwingungs- und Verschleißprobleme zu minimieren,
  • Antrieb und Motor passend auszulegen,
  • die Lebensdauer von Spindel, Mutter und Lagern sicherzustellen.

Einflussfaktoren

  1. Spindellänge und Lagerung
    Längere, frei auskragende Spindeln besitzen in der Regel eine niedrigere kritische Drehzahl. Auch die Art der Lagerung hat einen wesentlichen Einfluss auf die zulässige Drehzahl.
  2. Lastkollektiv
    Höhere Axiallasten, starke Beschleunigungen oder stoßartige Belastungen können die zulässige Drehzahl reduzieren, da sie die dynamische Beanspruchung des Systems erhöhen.
  3. Schmierung
    Eine geeignete Schmierung reduziert Reibung und Wärmeentwicklung. Dadurch kann die thermische Belastung sinken, was höhere Drehzahlen im Betrieb ermöglicht.
  4. Material und Geometrie der Spindel
    Steifigkeit, Durchmesser, Werkstoff und Ausführung der Spindel beeinflussen ihr Verhalten bei hohen Drehzahlen maßgeblich.
  5. Vorspannung der Mutter
    Eine höhere Vorspannung verbessert zwar häufig das Spielverhalten und die Steifigkeit, kann jedoch auch Reibung und Erwärmung erhöhen. Dadurch kann sich die maximal zulässige Drehzahl verringern.

Abgrenzung zur maximalen Spindeldrehzahl

Die maximale Spindeldrehzahl beschreibt den oberen Grenzwert einer Spindel unter idealisierten bzw. theoretischen Bedingungen. Die höchste Drehzahl im Lastkollektiv ist dagegen der praxisrelevante Wert unter realen Einsatzbedingungen.

Sie stellt sicher, dass Spindel, Mutter und Lager innerhalb ihrer zulässigen Belastungsgrenzen betrieben werden und keine schädlichen Schwingungen, Überlastungen oder vorzeitigen Verschleißerscheinungen auftreten.

Praxisbeispiel

Ein Kugelgewindetrieb in einer CNC-Achse weist theoretisch eine maximale Drehzahl von 5.000 U/min auf. Unter Berücksichtigung des Lastkollektivs, der Beschleunigung und der Vorspannung kann die zulässige Drehzahl im realen Betrieb jedoch auf 3.500 U/min begrenzt sein, um Sicherheit, Stabilität und Lebensdauer des Systems zu gewährleisten.