Lexikon Kammerer Gewinde

Genauikgeitsklassen

Genauigkeitsklassen sind standardisierte Kategorien, die festlegen, wie präzise ein mechanisches Bauteil gefertigt ist. Sie geben an, welche Toleranzen, also zulässige Abweichungen von idealen Maßen oder Funktionen, ein Teil haben darf. Je kleiner die Toleranzen, desto höher die Genauigkeitsklasse. Bei Gewindetrieben (z.B. Kugelgewindetrieben, Trapezgewindetrieben, Spindeln, Muttern) definieren Genauigkeitsklassen vor allem:

  • Steigungsgenauigkeit (Abweichung der realen Steigung von der idealen)
  • Form- und Lagetoleranzen (z.B. Rundheit, Geradheit, Koaxilität)
  • Spiel- oder Vorspannungsgenauigkeit
  • axiale Positioniergenauigkeit

Typische Genauigkeitsklassen bei Gewindetrieben

Hersteller verwenden meist international standardisierte Bezeichnungen. Bei Kugelgewindetrieben gelten z.B. folgende Klassen:

IT0 / IT1 extrem hohe Präzision, nur wenige Mikrometer Abweichung Messmaschinen, Präzisionsachsen
IT3 sehr hohe Genauigkeit CNC-Maschinen, Werkzeugmaschinen
IT5 mittlere Genauigkeit Automatisierung, Robotik
IT7 / IT10 Standardklasse allgemeine Linearbewegungen, einfache Positionierungen

Je kleiner die Zahl, desto präziser die Spindel.

Nicht jede Anwendung benötigt höchste Präzision. Für eine einfache Hubachse reicht eine niedrige Genauigkeitsklasse, während in CNC-Bearbeitung oder Messsystemen extrem geringe Steigungsabweichungen notwendig sind. Konstrukteure können so Bauteile gezielt nach Kosten und Anforderungen auswählen.