Lexikon Kammerer Gewinde

Flankendurchmesser

Der Flankendurchmesser ist der wirksame Durchmesser eines Gewindes. Er liegt zwischen dem Außendurchmesser und dem Kerndurchmesser und beschreibt den theoretischen Durchmesser, auf dem die Gewindeflanken von Innen- und Außengewinde in einer definierten geometrischen Beziehung zueinander stehen. Er ist eine der wichtigsten Bezugsgrößen für Passung, Kraftübertragung und Funktion von Gewindeverbindungen und Gewindetrieben.

Der Flankendurchmesser ist maßgebend für:

  • die Tragfähigkeit des Gewindes,
  • die Kraftübertragung über die Gewindeflanken,
  • die Berechnung von Reibung, Wirkungsgrad und Drehmoment,
  • die Passung zwischen Mutter und Spindel.

Da die Last bei Gewinden überwiegend über die Flanken übertragen wird, ist der Flankendurchmesser für die mechanische Funktion oft entscheidender als Außen- und Kerndurchmesser. Er spielt deshalb eine zentrale Rolle bei der Auslegung, Tolerierung und Bewertung von Gewindeverbindungen.

Bei einem Außengewinde, etwa einer Spindel, gilt:

  • Der Außendurchmesser ist der größte Durchmesser an den Gewindespitzen.
  • Der Kerndurchmesser ist der kleinste Durchmesser am Gewindegrund.
  • Der Flankendurchmesser liegt dazwischen und wird auch als Wirkdurchmesser bezeichnet.

Der Flankendurchmesser wird unter anderem verwendet für:

  • Toleranz- und Passungsangaben,
  • Berechnungen der Flächenpressung,
  • die Auslegung von Kugel- und Trapezgewindetrieben,
  • Festigkeits- und Verschleißbetrachtungen.

Damit ist der Flankendurchmesser der entscheidende Bezugswert für die geometrische und funktionale Beurteilung eines Gewindes.