Federverspannt (auch federvorgespannt) bezeichnet eine Vorspannungsart bei Doppelmuttersystemen, bei der zwei Einzelmuttern nicht über einen starren Abstandsring, sondern über ein Federpaket auseinandergedrückt werden. Die beiden Muttern sind dabei verdrehsicher in einem gemeinsamen Gehäuse gelagert.
Funktionsprinzip
Das Federpaket hält die Vorspannkraft konstant, unabhängig von Fertigungstoleranzen, Verschleiß oder thermischer Längenausdehnung der Bauteile. Anders als bei einer starren Vorspannung über einen Abstandsring wirken sich diese Einflüsse dadurch nicht auf das Reibmoment aus.
Vorteile und Grenzen
- Gleichbleibende, zuverlässig spielfreie Vorspannung über die gesamte Lebensdauer
- Geringe Vorspannkraft genügt, da Toleranzen von der Feder ausgeglichen werden
- Aufbau größer und aufwändiger als bei starrer Vorspannung
- Koaxialität kann durch die gleitend gelagerte Mutter leicht beeinträchtigt werden
- Zulässige Axialkraft begrenzt auf etwa zwei Drittel der Vorspannkraft
Praxisrelevanz
Federverspannte Doppelmuttern eignen sich besonders für Miniatur-Kugelgewindetriebe, hochpräzise Verstellachsen und schlanke Spindeln, bei denen enge Fertigungstoleranzen für eine starre Vorspannung nur schwer wirtschaftlich umsetzbar sind.
