Lexikon Kammerer Gewinde

Erforderliche Steigungsabweichung

Die erforderliche Steigungsabweichung beschreibt die zulässige Abweichung der tatsächlichen Steigung eines Gewindetriebs von der idealen, geometrisch vorgesehenen Steigung. Sie ist ein Maß dafür, wie genau die Spindel gefertigt sein muss, damit der Gewindetrieb die geforderte Positioniergenauigkeit und Wiederholgenauigkeit erreicht.

Was bedeutet Steigungsabweichung?

Jede Gewindespindel hat eine Nennsteigung (z. B. 5 mm/Umdrehung). In der Fertigung können jedoch minimale Abweichungen entstehen, etwa durch Schleifgenauigkeit, Wärmeverzug oder Werkzeugtoleranzen.
Die Steigungsabweichung beschreibt daher:

  • wie weit die reale Steigung von der idealen abweicht
  • wie weit die Spindel an einer bestimmten Stelle “vor- oder nachläuft”
  • wie präzise eine Achse positioniert werden kann

Warum spricht man von erforderlicher Steigungsabweichung?

Der Begriff beschreibt die maximale Abweichung, die in einer bestimmten Anwendung zulässig ist, um:

  • die vorgegebene Positioniergenauigkeit zu erreichen
  • den Verfahrweg fehlerfrei zurückzulegen
  • Backlash und Hysterese gering zu halten
  • Eine definierte Wiederholgenauigkeit sicherzustellen

Hersteller bieten verschiedene Toleranzklassen, die unterschiedliche Steigungsgenauigkeiten zulassen (z.B. C0, C3, C5, C7 bei KGTs).
Je höher die Anforderungen an Präzision, desto kleiner muss die erforderliche Steigungsabweichung gewählt werden.