Lexikon Kammerer Gewinde

Einschaltdauer des Kugelgewindetriebs

Die Einschaltdauer eines Kugelgewindetriebs (KGTs) beschreibt den Anteil der Zeit, während der die Spindel unter Last betrieben wird, im Verhältnis zu einem definierten Betriebszyklus. Sie wird üblicherweise in Prozent (%) angegeben und ist ein wichtiger Parameter für die thermische Belastung, Schmierung und Lebensdauer des Systems.

Bedeutung für KGTs

  • Thermische Beanspruchung: Während des Betriebs erzeugt die Mutter Reibung und Wärme, die über die Einschaltdauer verteilt wird. Eine zu lange oder kontinuierliche Belastung kann die Schmierung beeinträchtigen und die Lebensdauer erringern.
  • Lebensdauer: KGTs sind für bestimmte Last- und Geschwindigkeitsprofile ausgelegt. Die Einschaltdauer beeinflusst die dynamische Tragfähigkeit und den Verschleiß der Kugeln und Laufbahnen.
  • Auslegung des Antriebs: Motor, Lagerung und Dichtsysteme müssen auf die maximal zulässige Einschaltdauer abgestimmt sein, um Überhitzung oder vorzeitigen Verschleiß zu vermeiden.

Typische Werte

  • KGTs in CNC-Maschinen oder Präzisionsanwendungen: meist Dauerbetrieb mit hoher Einschaltdauer möglich, da die Reibung gering ist.
  • KGTs in Lastwechsel- oder Hubanwendungen: Einschaltdauer kann intermittierend sein, z. B. 50–70 %, um thermische Überlastung zu vermeiden.

Einflussfaktoren

  • Lastprofil: Hohe axiale Kräfte erhöhen Wärmeentwicklung.
  • Geschwindigkeit: Höhere Vorschubgeschwindigkeit → mehr Reibung → geringere zulässige Einschaltdauer
  • Schmierung und Kühlung: Optimale Schmierung ermöglicht höhere Einschaltdauer.
  • Umgebung: Temperatur, Staub und Kühlung beeinflussen die maximale Einschaltdauer.